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Berichte

Ammergauer Hochplatte - Skitour fast ohne Überraschungen

Im Programm als Nr. 4 angekündigt, hat uns Stefan am 23. Februar in die Ammergauer Alpen auf die Hochplatte geführt. Eigentlich als Gemeinschaftstour mit den Nördlinger Kollegen gedacht, war die Teilnahme der Rieser Freunde dann doch überschaubar.

Aber Rudi hat die Fahne des DAV Nördlingen hochgehalten und hat sich mit uns im DAV-Bus in Richtung Parkplatz Sägertal auf den Weg gemacht. Das war leider etwas später als gedacht. Ausgerechnet dieses Mal wollte ich mir ein paar Minuten sparen und an der B2 bei Biberbach zusteigen und musste letztendlich im kalten Auto auf die verspäteten Kameraden warten. Aber nicht genug und so hat sich der gesamte Bus bereits in der Früh von Alexander anstacheln lassen und ich musste diese Extrawurst nochmal bezahlen und den Tourenbericht schreiben.

So sind also Stefan, Rudi, Andreas, Alex (Schmid), Alex (Jung), Marco und ich schnurstracks Richtung Ammergauer Alpen gefahren. Am Ziel angekommen haben wir beim Ausrüstungscheck leichte Defizite festgestellt und haben für Rudi noch kurzerhand "oldschool" Tourenstöcke aus Ammergauer Bruchholz gemacht.

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Bei sonnigem Wetter war bereits der flache Talhatscher auf dem Forstweg ins Sägertal schweißtreibend (vor allem für Alex S.). Kurz darauf haben wir unsere Ski ausgezogen, um den Hasentalgraben besser queren zu können. Je nachdem, wie fest der Schnee und wie steil der Hang war, waren die Vollholzstöcke von Rudi ein kleines Handicap. Wir haben uns mit den Stöcken aber abgewechselt und so war es kein Problem. Danach haben wir nach Kurzem dann auch schon das Lösertaljoch erreicht. Bei böigem Wind haben wir für die Zwischenabfahrt von 50 hm abgefellt.

Durch eine Mulde ging es zum Sattel und weiter Richtung Westen zum steilen Gipfelhang. Beim Queren der Karstfläche "Wilder Freithof" nach Westen haben wir uns wegen der Hangausrichtung und Gleitschneeproblematik entschlossen, Sicherheitsabstände einzuhalten.

An einer sicheren Stelle hat Rudi am Fuß des Gipfelhangs beschlossen, die herrliche Aussicht zu genießen und windgeschützt im Biwacksack auf uns warten, bis wir wieder abfahren. Also ging es zu sechst den Gipfelhang hinauf und übers Gamsangerl (Kamm hin zur Mulde unterhalb des Gipfels) weiter. An der Mulde unterhalb des Gipfels und am Gipfel selbst hat uns eine glasartig schimmernde Oberfläche überrascht. Es hat über Nacht bis in Gipfelhöhe geregnet und so hat sich eine dünne Eiskruste an der Oberfläche gebildet, sodass es einem Gletscher geähnelt hat.

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Für die letzten Meter zum Gipfelkreuz haben wir die Ski auf den Rucksack gespannt und sind zu Fuß aufgestiegen. Am Gipfel hat sich uns ein herrlicher Ausblick über die Ammergauer Alpen geboten.

Nachdem der Hang zum Gipfelkreuz keinen Ausblick auf Abfahrtsspaß versprochen hat, ist der Großteil der Gruppe auch wieder zu Fuß abgestiegen.

Bei der Fahrt am Kamm zurück, musste man etwas aufpassen, nicht am Drahtseil einzufädeln und beim folgenden Steilhang war sicheres Abfahren gefragt. Dort haben wir Rudi wieder aufgesammelt, um gemeinsam weiter abzufahren.

Unterhalb des Jösertaljochs haben wir die Auffell-Pause gleich für eine kleine Jause genutzt, nachdem es sonnig und windgeschützt war. Nach 50 hm kamen die Felle wieder runter und es ging mittels Hangabtriebskraft weiter. Aufgrund von Knusperpowder stand hier der Abfahrtsspaß leider eher im Hintergrund. Um dem langen Talhatsch auf dem Forstweg zu entgehen, haben wir uns für eine Variante vom Lösertalmösl Richtung Südösten 150 hm durch eine Waldschneise entschieden. Von dort aus fährt man nach Osten in den Hundsfällgraben und weiter zum Parkplatz hinab. Insgesamt haben sich die gut 1500 hm doch gut gezogen, sodass wir bei einsetzender Dämmerung wieder den DAV-Bus für die Heimfahrt beladen haben.

Die Bergwachtfahrzeuge, die mit Blaulicht Richtung Linderhof / Reutte unterwegs waren, haben schon nichts Gutes vorheißt und leider mussten wir dann auch kurz darauf im Radio von der Gleitschneelawine mit Verschütteten beim Hotel Ammerwald erfahren. Auch wenn einen so eine Nachricht nachdenklich stimmt, haben wir mit unserer Routenwahl das Risiko minimiert und einen tollen Tourentag gehabt.