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Alpine Gefahren und Lawinengefahr

Alpine Gefahren

Unter alpine Gefahren versteht man im Alpinismus in erster Linie Gefahren, die Bersportler bedrohen können. 

Unterschieden wird zwischen subjektiven Gefahren und objektiven Gefahren.

Der Begriff Alpine Gefahren wird auch in der Geologie verwendet.

 

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Alpine Gefahren im alpinistischen Sinn

Subjektive Gefahren sind Gefahren, die vom Menschen selbst hervorgerufen werden und objektive Gefahren sind Gefahren, die die Natur und das natürliche Umfeld dem Menschen entgegensetzt.

Subjektive Gefahren

  • mangelhafte Erfahrung (Selbstüberschätzung, Leichtsinn, Unkenntnis)
  • geringes Können (kein/mangelhafter Ausbildungsstand, falsche Tourenplanung: Zeitfaktor)
  • mangelnde körperliche Voraussetzungen (Kondition)
  • Ausrüstungsmängel (falsche, schlechte und/oder unzureichende Ausrüstung)
  • psychisches Fehlverhalten
  • bei Gruppen kann außerdem eine fatale Gruppendynamik auftreten
  • etc.

 Objektive Gefahren (Naturereignisse)

  • Wettererscheinungen (Sonne, Kälte, Nässe, Regen, Gewitter, Nebel, Sturm)
  • Stein- und Eisschlag
  • Wechtenbruch
  • Lawinen
  • Gletscherspalten
  • Dunkelheit
  • etc.

Hilfreiche Informationen für die Tourenplanung

Alpine Gefahren im geologischen Sinn

In Folge des Klimawandels treten in den Gebirgen Bergstürze, Lawinen, Murenabgänge, Hochwasser, etc. häufiger auf.

Der Begriff alpine Gefahren wird deshalb auch in der Ingenieursgeologie gebraucht. Er wird verwendet, wenn im Gebirge liegenden Wohngebiete und Verkehrswege bedroht sind, und kommt deshalb oft auch im Zusammenhang mit integralem Risikomanagement und der Wildbach- und Lawinenverbauung vor.


europaeische lawinengefahrskala

Europäischen Lawinengefahrskala

Die Europäische Gefahrenskala für Lawinen ist eine seit 1993 in Europa geltende Bewertungsskala für die Einschätzung der Lawinengefahr in den Bergen. Sie besteht aus fünf Stufen mit klar definierten und vereinheitlichten Begriffen.

Es gibt keine Gefahrenstufe, bei der absolut keine Lawinengefahr besteht. Mit zunehmender Lawinengefahr ist eine größere Erfahrung in der Beurteilung des Geländes, der Schneeverhältnisse und anderer Faktoren notwendig, um das Risiko auf einem vertretbaren Niveau zu halten.

Diese Gefahrenskala richtet sich hauptsächlich an die Wintersportler, die abseits von gesicherten Skipisten unterwegs sind. Behörden richten sich nach diesen Warnstufen, um gegebenenfalls Ortsteile und Straßen zu evakuieren bzw. zu sperren. Die Betreiber von Wintersportanlagen müssen aufgrund der Gefahrenstufe Skipisten sperren oder auf eine andere Weise die Sicherheit der Wintersportler gewährleisten.

    Gefahrenskala

Gefahrenskala

Die Gefahreneinschätzung von Lawinenabgängen wird in der Europäischen Gefahrenskala folgendermaßen klassifiziert:

Stufe     Beschreibung

1

gering

  Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind keine Lawinen (sog. Rutsche) zu erwarten. Allgemein sichere Verhältnisse.

2

mäßig

  Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Größere Lawinen sind nicht zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt, außer an einigen Steilhängen. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Steilhängen und Hangexpositionen.

3

erheblich

  Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig. Angegebene Steilhänge und Hangexpositionen möglichst meiden.

4

groß

  Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen möglich. An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur schwach gefestigt. Bei der Routenwahl Beschränkung auf mäßig steiles Gelände sowie Beachtung der Lawinenauslaufgebiete. Viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig.

5

sehr groß

  Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und instabil. Verzicht auf Touren ist empfohlen.

Definitionen

  • Mäßig steil: bis 30° Hangneigung
  • Steilhang: über 30° Hangneigung
  • Geringe Zusatzbelastung: zum Beispiel ein einzelner Skifahrer, Snowboarder oder Schneeschuhläufer
  • Große Zusatzbelastung: zum Beispiel eine Gruppe von Skifahrern ohne Sicherheitsabstände, ein Pistenfahrzeug oder eine Lawinensprengung
  • Hangexposition: Lage eines Hanges bezüglich der Himmelsrichtung bzw. der Einfallsrichtung der mittäglichen Sonnenstrahlen

Erkennen der Hangneigung

Skistockmethodik

Mit drei gleich langen Skistöcken - einer davon senkrecht hängend - lässt sich ein 30° steiler Hang erkennen.

grad skistockmethodik

DAV Snowcard (Lawinen-Risiko-Check)

Die DAV SnowCard ist das zentrale Instrument für die Tourenplanung im Winter. Diese voraussichtliche Entscheidungshilfe ermöglicht anhand der drei Hauptkriterien "Gefahrenstufe – Steilheit – Hangexposition" eine Risikobewertung des Geländes.

alpine gefahren snowcard

Hilfreiche Informationen für die Tourenplanung