© Thomas Huber

Fußwallfahrt von Perchtoldsdorf nach Mariazell

Versprochen ist versprochen …

29.04.2026

… und wird nicht gebrochen.

Ich hatte versprochen, heuer wieder an der Wallfahrt teilzunehmen: Ich war dabei.

Ich hatte versprochen, mit mehr Donauwörther Teilnehmern als 2025 mit zu wallfahren: Wir waren zu neunt, um ein Haar zu zehnt.

Ich hatte versprochen, auch jüngere Teilnehmer zu akquirieren: Fast gelungen. Immerhin war ich mit 63 Jahren nicht mehr der jüngste Donauwörther. Aber hier wäre immer noch Luft nach oben (bzw. unten).

Das diesjährige Motto unserer Wallfahrt lautete „Labyrinth“ und zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Es fand sich in den Ansprachen, Predigten sowie Andachten wieder und diente uns als wertvolle Grundlage, um über das eigene Leben nachzudenken.

Dabei spielte die Unterscheidung zwischen einem Labyrinth und einem Irrgarten eine entscheidende Rolle. Gott sei Dank war unsere Fußwallfahrt kein Irrgarten.

Da die Veranstaltung für die Teilnehmer aus Donauwörth durch die An- und Abreise insgesamt zwei Tage länger dauert als für diePerchtoldsdorfer Kollegen, machten wir uns bereits am frühen Morgen des 29. April auf den Weg nach Wien. Leider konnte Karl Blank, einer unserer erfahrensten Wallfahrer, aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Als Gruß organisierten wir am vierten Tag unserer Fußwallfahrt ein Gemeinschaftsfoto für ihn.

Zur Anreise: Etwa 20 Kilometer vor Perchtoldsdorf besichtigten wir das Stift Heiligenkreuz im Wienerwald – eine ideale Einstimmung auf unsere Reise. Da man am ersten Tag der Wallfahrt zwar am Stift vorbei wandert, aber kaum Zeit für eine Besichtigung findet, war dieser Stopp lohnenswert.

Am ersten Tag der Wallfahrt war die Erholung vorbei. Der begann wie gewohnt in aller Hergottsfrühe mit einer Messe in Perchtoldsdorf. Bereits danach zeichnete sich ab, dass wir herrlichstes Wanderwetter bekommen würden. Und so war es auch: Strahlend blauer Himmel und Sonne pur. Damit war tagsüber der Lichtschutzfaktor 30 und höher obligatorisch. Außerdem wurde es von Tag zu Tag wärmer. Aber selbst wer nicht genügend zu trinken hatte, fand Möglichkeiten: Einkehr, Zwischenhalte der Kleinbusse der Organisation, um zu trinken oder im Zweifelsfall ein Stück mitzufahren und nicht zuletzt die immerwährende Hilfsbereitschaft der Mitwallfahrer. Leider konnte man am ersten Tag bereits von Weitem eine große Rauchwolke erkennen, die auf einen Waldbrand schließen ließ. Der Brandherd lag in unmittelbarer Nähe des Unterbergs, den wir am nächsten Tag erklimmen wollten. Am Abend erfuhren wir, dass insgesamt 27 Feuerwehren im Einsatz waren. Mit Erfolg! Denn am nächsten Tag liefen wir bereits um halb fünf Uhr los und  vom Waldbrand sahen wir nicht die Spur. „Unterbrochen“ wurde der Marsch nur von einer Andacht und einer Messe unter freiem Himmel. Der tägliche Rosenkranz wurde bereits wieder während des Laufens abgehalten.

Ein besonderer Dank gilt allen, die die religiösen Aktivitäten mitgestaltet haben. Die Atmosphäre war mitreißend und ungezwungen; besonders die Messen, die aktuelle Ereignisse und das menschliche Miteinander in das Ritual einflochten, blieben in Erinnerung. Der zweite Tag fand mit dem Kirtag – einer gelungenen Mischung aus Kabarett und geselligem Beisammensein – einen krönenden Abschluss.

Am dritten Tag suchte man ab 10 Uhr beim Laufen aufgrund der Wärme bereits die schattigen Stellen des Weges, um möglichst wenig der Sonne ausgesetzt zu sein. Das Highlight am Ende des Tages war der Jubeleinlauf am 970 Meter hohen Gscheid, bei dem alle Teilnehmer gebührend angefeuert und empfangen wurden. Der Grund: Man hatte es fast geschafft.

Der letzte Tag war geprägt von den herrlichen landschaftlichen Eindrücken der Steiermark auf der restlichen Strecke nach Mariazell und natürlich die Ankunft an der Basilika mit anschließender Messe. Der Rest des Nachmittags bis zur Abfahrt mit dem Bus stand uns zur freien Verfügung. Abschluss bildete eine Andacht in Perchtoldsdorf, bei der vier „Neulinge“ auf bewegende Weise ihre gewonnenen Eindrücke schilderten.

Am Folgetag traten wir die Heimreise an. Wir waren erschöpft, aber tief beeindruckt von den Erlebnissen sowie den bewältigten 114 Kilometern und 3.010 Höhenmetern.

Ich möchte noch eine Botschaft in eigener Sache loswerden: Die Wallfahrt mit unserer Partnergemeinde ist sehr offen gestaltet, sodass jeder Teilnehmer einen persönlichen Gewinn daraus ziehen kann. Sie ähnelt organisierten Pilgerreisen, die mehr denn  je sehr populär sind. Falls jemand Vorschläge hat, wie wir diese Veranstaltung besser bewerben können – insbesondere um die Attraktivität für junge Mitglieder zu steigern –, freue ich mich über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Ich werde im nächsten Jahr definitiv wieder teilnehmen und bin schon sehr gespannt auf neue Begegnungen und Erfahrungen.

Hubert Völkl