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Gipfelrunde in der Soierngruppe

Auf den Spuren König Ludwigs II. Von Lisa Bissinger

05.09.2026

Zwei Tage, sechs Gipfel und jede Menge beeindruckende Bergmomente: Am Wochenende des 5. und 6. September machte sich unsere achtköpfige Gruppe mit Tourenführerin Edith Schick auf den Weg in die Soierngruppe im Karwendel – auf den Spuren König Ludwigs II.

Mit bester Motivation, aber noch sehr wechselhaftem Wetter fuhren wir am Samstag in der Früh nach Krün. Von dort aus ging es kurz an der Isar entlang zur Fischbachalm und danach über den historischen Lakaiensteig hinauf zum Soiernhaus (1.610m). Der Weg erinnert an die Zeit, in der König Ludwig II. regelmäßig in dieser eindrucksvollen Bergwelt unterwegs war und das Soiernhaus als Rückzugsort nutzte. Dieser schmale Pfad wurde ursprünglich für die Bediensteten des Königs angelegt, um Vorräte zu seinem Jagdhaus zu bringen.

Das Wetter zeigte sich zunächst von seiner grauen und wechselhaften Seite. Doch pünktlich zur Mittagszeit riss der Himmel auf und die Sonne kam heraus. Diese Gelegenheit nutzten wir und stärkten uns an der Hütte mit einem Getränk und selbst gemachten Kuchen. Kurz darauf zogen die Wolken wieder herein und wir rechneten auch mit Regen, dennoch beschlossen wir, an diesem Tag noch wie geplant den Aufstieg zur Gumpenkarspitze (2.010m) auf uns zu nehmen, immer mit der Hoffnung, dass sich die Sonne nochmal blicken lässt. Sonne bekamen wir nicht mehr, aber die dichten Wolken zogen immer wieder auf und tauchten die Gumpenkarspitze in eine geradezu mystische Atmosphäre. Ein besonderer Gipfelmoment mit Blick auf das Soiernhaus und die Soiernseen!

Nach rund 1.330 Höhenmetern und fünfeinhalb Stunden Gehzeit ließen wir den Tag mit gutem Essen und einem kleinen Spiel gemütlich in der Stube auf dem Soiernhaus ausklingen.

Am Sonntag meinte es das Wetter dann besonders gut mit uns: strahlender Sonnenschein und beste Fernsicht begleiteten uns auf der großen Soiernrunde. Gleich zu Beginn passierten wir noch die Soiernseen mit einer großartigen Morgenstimmung und sind im weiteren Aufstieg vielen Gämsen begegnet. Mit Soiernspitze (2.253m), Reißender Lahnspitze (2.209m), Feldernkopf (2.071m) und der Schöttelkarspitze (2.050m) wurden vier weitere Gipfel überschritten. Jeder einzelne wurde von der gesamten Gruppe erreicht – trotz anspruchsvoller alpiner Passagen.

Belohnt wurden wir mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegende Bergwelt, unter anderem auf Wörner und Zugspitze und viele weitere andere Gipfel. Auf dem Abstieg haben wir noch den Seinskopf (1.961m) passiert, bevor es auf steilen Wegen und Serpentinen immer weiter abwärts ins Tal ging. Insgesamt lagen an diesem Tag rund 1.800 Höhenmeter im Abstieg und siebeneinhalb Stunden Gehzeit hinter uns. Eine verdiente Abkühlung holten wir uns im Tal an der vorbeifließenden Isar, das kalte Wasser war eine Wohltat für die Füße und bei manch anderen dem ganzen Körper.

Bei schönstem Biergarten-Wetter stärkten wir uns alle noch nach der Tour, bevor es dann auf dem direkten Weg wieder glücklich und zufrieden nach Hause ging.

Was diese Tour aber besonders machte, war nicht nur die beeindruckende Landschaft, sondern alle waren mit Begeisterung dabei, wir motivierten uns gegenseitig und meisterten die Herausforderungen gemeinsam.

Sicher ist: Wir konnten uns der Faszination dieser einzigartigen Bergwelt nicht entziehen.

Zwei Tage, sechs Gipfel, beste Gemeinschaft – und viele Erinnerungen, die bleiben.