© Martin Zänker

Vier Tage Mountainbike-Abenteuer auf dem Altmühltal-Panoramaweg

Von Donauwörth nach Kelheim / Von Martin Zänker

26.07.2026

Ende Juli machten sich sieben Mountainbikerinnen und Mountainbiker des DAV Donauwörth unter der Leitung von Martin mit dem Nötigsten für vier Tage auf dem Rücken auf den Weg in Richtung Altmühltal. Statt einer langen Anreise mit dem Auto begann das Abenteuer direkt vor der Haustür in Donauwörth. Ziel der Tour war Kelheim, zurück ging es am Sonntag bequem und umweltfreundlich mit dem Zug von Saal an der Donau nach Donauwörth – ganz im Sinne eines naturverträglichen Bergsports. Ein Konzept, das perfekt zum DAV passt: kurze Anreise, nachhaltige Mobilität und intensive Naturerlebnisse direkt vor der eigenen Haustür.

Die erste Etappe führte zunächst auf Feld- und Forstwegen entlang der Bahnstrecke in Richtung Treuchtlingen. Ab hier orientierte sich die Route am Altmühltal-Panoramaweg, der in den folgenden Tagen den Charakter der Tour bestimmen sollte: schmale Wanderpfade statt breiter Schotterwege, wurzelige Trails, knackige Anstiege und möglichst wenig Asphalt. Genau diese Mischung überraschte einige Teilnehmer positiv, die deutlich mehr Forststraßen erwartet hatten. Stattdessen führte die Route über viele naturbelassene Wege mitten durch die Wälder des Naturparks Altmühltal. Über Pappenheim und Solnhofen ging es weiter nach Mühlheim zur ersten Unterkunft. Die mächtigen Steinbrüche und Bruchwände prägen das Landschaftsbild bis heute. Seit Jahrhunderten wird hier der berühmte Solnhofener Plattenkalk gewonnen, dessen feine Gesteinsschichten verschiedenste Fossilien konservierten.

Auch die zweite Etappe verlangte der Gruppe einiges ab. Immer wieder führte der Panoramaweg aus dem Tal hinauf auf die Jurahöhen, ehe technische oder flowige Trailabfahrten zurück ins Altmühltal folgten. Vorbei an den markanten Felsen und Wacholderheiden des Naturparks boten sich immer wieder beeindruckende Ausblicke über das Tal. Kurz vor dem Etappenziel in Kipfenberg passierte die Gruppe den zum UNESCO-Welterbe gehörenden Obergermanisch-Raetischen Limes – einst die Grenze des Römischen Reiches.

Am dritten Tag führte die Route vorbei am geografischen Mittelpunkt Bayerns weiter nach Dietfurt. Ein kurzer Abschnitt am Main-Donau-Kanal bei Beilngries bildete einen reizvollen Kontrast zu den sonst schmalen Pfaden des Altmühltal-Panoramawegs. Die Landschaft blieb geprägt von dichten Wäldern, hellen Kalkfelsen und aussichtsreichen Höhenzügen. Auch an diesem Tag wechselten sich flowige Waldtrails mit technisch anspruchsvollen Passagen ab und sorgten für abwechslungsreichen Fahrspaß. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen sorgten die am Weg liegenden Kneippanlagen immer wieder für willkommene Abkühlung.

Die letzte Etappe führte schließlich über Essing in Richtung Kelheim. Das enge Altmühltal zeigte sich hier noch einmal von seiner eindrucksvollsten Seite. Hohe Jurafelsen, schattige Wälder und schmale Pfade machten die letzten Kilometer zu einem würdigen Abschluss der Tour. Ein besonderer Moment wartete in Essing. Beim Überqueren der markanten Holzbrücke „Tatzelwurm“, die bei ihrer Fertigstellung als längste Holz-Bogenbrücke Europas galt, erinnerte sich Tourenleiter Martin an seinen letzten Besuch vor 27 Jahren. Als Fünfjähriger verbrachte er hier mit seiner Familie den Sommerurlaub und erlebte an genau diesem Ort die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999.

Dass der Altmühltal-Panoramaweg in erster Linie als Wanderweg angelegt wurde, bekamen die Teilnehmer ebenfalls zu spüren. Teilweise waren die Pfade von Brennnesseln und Brombeeren überwuchert, an anderen Stellen versperrten umgestürzte Bäume den Weg, sodass die Räder geschultert und über Hindernisse getragen werden mussten. Selbst die erfahrenen Mountainbiker mussten an einigen besonders steilen Trailauf- und -abfahrten gelegentlich absteigen. Gerade diese Passagen machten den ursprünglichen Charakter des Panoramawegs aus und verliehen der Tour ihren besonderen Reiz.

Nicht jeder Abschnitt des Panoramawegs darf mit dem Mountainbike befahren werden. Mehrere für Radfahrer gesperrte Wegstücke wurden deshalb bewusst auf alternativen Strecken umfahren.

Neben den sportlichen Herausforderungen blieb die Gruppe auch von kleineren Pannen nicht verschont. Ein defekter Freilauf bedeutete zunächst das Aus für ein Fahrrad. Dank der Nähe zur Heimat konnte jedoch kurzfristig Ersatz aus der Familie organisiert werden – ein Vorteil, den man auf weiter entfernten Touren kaum gehabt hätte. Auch ein platter Reifen gehörte zu den kleinen Geschichten, die bei einer Mehrtagestour einfach dazugehören.

Nicht jeder Anstieg musste von allen gefahren werden. Im Laufe der Tour teilte sich die Gruppe gelegentlich auf. Während ein Teil weiterhin den anspruchsvollen Panoramaweg mit seinen zahlreichen Trails genoss, wählten andere den Radweg im Tal, um rechtzeitig und mit etwas mehr Kraftreserven die jeweilige Unterkunft zu erreichen. So fand jeder sein persönliches Tempo, ohne dass das gemeinsame Erlebnis darunter litt.

Trotz aller Anstrengungen kam der Spaß nie zu kurz. Gemeinsame Pausen, das Abendessen in den Unterkünften und der Austausch über die Erlebnisse des Tages machten die Tour auch abseits der Trails zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis.

Am Sonntag endete die Tour schließlich in Saal bei Kelheim. Von dort brachte der Zug die Gruppe mitsamt ihren Mountainbikes zurück nach Donauwörth. Dass eine derart abwechslungsreiche Mehrtagestour nahezu direkt vor der eigenen Haustür möglich ist, beeindruckte alle Teilnehmer. Ohne lange Anreise entstand ein echtes Bike-Abenteuer mit beeindruckenden Landschaften, historischen Orten, unzähligen Trails und vielen gemeinsamen Erlebnissen.

Am Ende standen rund 265 Kilometer und etwa 6.000 Höhenmeter auf den Displays der GPS-Geräte. Viel wichtiger als die Zahlen war jedoch die Erkenntnis, wie abwechslungsreich und anspruchsvoll der Altmühltal-Panoramaweg tatsächlich ist. Die Kombination aus Natur, sportlicher Herausforderung und nachhaltiger An- und Abreise machte die Tour zu einem besonderen Erlebnis.

Die einhellige Meinung der Gruppe: großartige Landschaften, überraschend viele Singletrails, tolle Menschen und die Erkenntnis, dass außergewöhnliche Mountainbike-Abenteuer nicht erst viele Autostunden entfernt beginnen – sondern direkt vor der eigenen Haustür.