Hochtourengehen, Trekking und Expeditionsbergsteigen

Hoch hinaus

Die ersten Hochtouren-Erstbesteigungen in Regionen über 3.000m wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unternommen. Eckpfeiler sind die Erstbesteigung des Mont Blanc (4.810 m) 1786, des Großglockners (3.798 m) im Jahr 1800 und des Ortlers (3.905 m) vier Jahre später.

Hochtouren, Trekking und Expedtionsbergsteigen kombinieren Abenteuer, Naturerlebnis und Teamgeist, sie gehen hoch hinaus und häufig ins ewige Eis der Alpen, Anden und des Himalayas.  

Hochtouren stellen deshalb eine Steigerung des Bergsteigens dar. Unter Trekking versteht man mehrtägige Gebirgswanderungen, die oft abseits von Infrastruktur stattfinden. Expeditions- und Höhenbergsteigen sind die äußersten Level, extreme Höhen, weiten Entfernungen zur nächsten Infrastruktur und häufig Unterwegssein im unwegsamem und/oder unerforschtem Gelände.

 

TREKKING · EXPEDITION · 10 HOCHTOURENEMPFEHLUNGEN DES DAVS · AUSRÜSTUNG · NATURSCHUTZ · DAV DON


Hochtouren / High Alpine Tours

Als Hochtour ist Bergsteigen zwischen 3.000m und 7.000m Höhe definiert.

Sie fordert Anspruch, das Gelände ist oft vergletschert, Höhenakklimation an die dünne Luft ist notwendig und kalte Temperaturen gesellen sich dazu.

Kenntnisse im sicheren Umgang mit Eispickel, Seil und Gurt und Gehen in einer Seilschaft sind erforderlich, sowie das Beherrschen von Trittsicherheit und Bewegungstechnik im vereisten Gelände, Schwindelfreiheit und Orientierungsfähigkeit werden vorausgesetzt. 

Trekking

Unter Trekking wird mehrtägiges Bergwandern in wenig erschlossenen Hochgebirgswelten (z. B. Anden, Kaukasus, Hoher Atlas oder Himalaya) verstanden.

Den hohen Anspruch (siehe Hochtouren) teilen sich Trekking, Hochtouren, Höhen- und Expeditionsbergsteigen.

Jebel Toubkal1

Expedition

Charakterisiert werden Expeditionen durch das Erforschen und Betreten von Neuland oder nur selten besuchte Orte.

Kennzeichnend sind nicht Höhe und Schwierigkeitsgrad, sondern große Entfernung zur Zivilisation, sowie fehlende Infrastruktur wie Straßen, Krankenhäuser und Unterkünfte.

Expeditionsbergsteigen

Expeditionsbergsteigen ist das Unterwegssein im Hochgebirge ab 7.000m mit Expeditionshintergrund.

Höhenbergsteigen

Unter Höhenbergsteigen wird Bergsteigen ab 7.000m verstanden.

Es erfordert Akklimatisation (Erhöhung der Anzahl roter Blutkörperchen um mehr Sauerstoff transportieren zu können) an die entsprechende Höhe. Dadurch wird das verringerte Sauerstoffangebot kompensiert. Nur so kann bei der vermehrten körperlichen Belastung und Anstrengung  die Gefahr von Ödemen (Lungenödem und Hirnödem) weitestgehend vermieden werden.

Todeszone

Der Begriff Todeszone wurde von dem Expeditionsarzt der Schweizer Everest-Expedition von 1952 geprägt und bezeichnet den Aufenthalt in Höhen oberhalb von 7.000m. Das ist die ungefähre Grenze, oberhalb der ein optimal akklimatisierter Mensch sich auch ohne weitere körperliche Anstrengungen nicht mehr regenerieren kann.

Häufig wird als Todeszone auch erst die Region oberhalb von 8.000m bezeichnet, in der bei mehr als 48 Stunden Aufenthalt ein Überleben extrem unwahrscheinlich ist.

 

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Naturschutz

Beim Hochtourengehen, Trekking, Höhen- und Expeditionsbergsteigen werden besonders sensible, lebensfeindliche Berggebiete berührt.

Zum Schutz der vorkommenden, hoch angepassten Flora und Fauna sollte jegliche Einwirkung durch den Menschen so gering wie möglich sein. Im Sinne der „leave-no-trace“-Philosophie wird alles, was mit auf den Berg genommen wurde, auch wieder mit ins Tal gebracht.

aktion saubere berge

Aktion "Saubere Berge"

Die Sensibilisierung für eigenverantworliche Müllvermeidung- und entsorgung gilt für alle Regionen der Erde.

Im Alpen- und Mittelgebirgsraum hat der DAV die Aktion "Saubere Berge" gestartet. In den Alpenvereinshütten wurden praktische – leuchtend rote - Abfalltütenspender montiert.

Bei Bedarf können sich die Gäste hieraus eine Abfalltüte nehmen, um ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen - oder auch das ein oder andere Papier am Wegesrand einzustecken. Die Abfalltüten basieren auf Maisstärke und sind zu 100% kompostierbar.


Ausrüstung

Zur Grundausrüstung gehören

  • Klettergurt
  • Seil
  • Steigeisen
  • Pickel
  • Gletscherbrille
  • Kletter(steig)helm / Steinschlaghelm
  • stabilie Bergschuhe mit rutschfester Profilsohle
  • dem Wetter angepasste Kleidung
  • ausreichend Verpflegung
  • nötigenfalls Klettersteig-, Felskletter- und/oder Gletscherausrüstung
  • aufgeladenes Mobiltelefon (Notruf 112)
  • Erste-Hilfe-Set / Notfallausrüstung
  • Rettungsdecke/Biwaksack
  • ggf. Stirnlampe (vor allem auf längeren Touren)
  • ggf. Zelt, Schlafsack und Kocher
  • ggf. Satellitentelefon
 

Alpine Gefahren

Bei der Vorbereitung und Durchführung von Hochtouren sind Einschätzung und Kenntnisse der alpinen Gefahren und speziell im Winter der Lawinengefahr unabdingbar.

Empfehlungen Hochtour

Hochtouren bieten Naturerlebnis, Gemeinschaft und Abenteuer. Die Empfehlungen dienen dazu, den alpinen Gefahren wirkungsvoll zu begegnen.

►10 Hochtourenempfehlungen des DAVs

Schwierigkeitsskala

Die Berg- und Hochtourenskala des SACs (Schweizer Alpen-Clubs) wurde speziell für hochalpine Fels- und Eistouren entwickelt.

►Schwierigkeitsskala Hochtour

Übrigens

Auf der Plattform alpenvereinaktiv.com sind weltweit über 40.000 Tourenvorschläge und -beschreibungen zu finden.

Es kann nach Bergtouren, sowie nach den eigenen Wünschen und Anforderungen gefiltert werden.

 


Hochtourengehen, Trekking und Expeditionsbergsteigen beim DAV Donauwörth

Hochtouren und Trekking sind ein fester Bestandteiles unseres Programmes, sowie der Tour des Monats. Wir bieten Kurse zu den Themen Hochtouren und Gletscherrettung an. Ferner nahmen Mitglieder unserer Sektion vor allem in den 1970ern bis 1990ern an Expeditionen teil.

In unserem Materialverleih kannst du neben Wanderführern und -karten, Klettergurte, Klettersteigsets, Eispickel, Steigeisen, Eisgeräte und Kletter(steig)helme / Steinschlaghelme und Gletscherbrillen, ausleihen.

 

PROGRAMM · TOUR DES MONATS · AUSBILDUNG


 

 

hochtour tourdesmonats kurse

 

Bergsteigerinnen und Bergsteiger sind unterwegs:
 

  •  auf anspruchsvollen Bergwanderungen
  • auf leichten und flachen Gletschern
  • auf einfachen kombinierte Touren in Fels und Eis
  • im Fels mit kurzen Passagen bis II. Grad
  • auf Klettersteigen