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Schneeschuhwandern und Schneeschuhbergsteigen

Auf großem Fuß unterwegs im Schnee

Schneeschuhe verteilen das Gewicht über eine größere Auftrittsfläche, dadurch wird das Versinken im Schnee reduziert.

Das Prinzip ist seit Menschengedenken bekannt, Quellen belegen den Einsatz in Europa, Nordamerika und Asien seit über 2.000 Jahren. Das Alter eines im Ötztal gefundenen Schneeschuhs aus Birke wurde sogar auf 3.800 bis 3.700 Jahre vor Christus datiert. Der in Nordamerika beheimatete Bigfoot hat überdimensionale Füße, die dem Prinzip des Schneeschuhs nachempfunden sind.

Schneeschuhe eröffnen im Winter die Möglichkeit zu ansonsten ohne Hilfsmittel schwer oder nicht zugänglichen Stellen wandern zu können. Eine spezielle Technik ist nicht notwendig, mit ein bisschen Übung kann das Schneeschuhwandern problemlos erlernt werden. Jedoch sind beim Unterwegssein im Gebirge Kenntnisse der alpinen Gefahren (v. a. Lawinenkunde) erforderlich.

 

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Schneeschuhwandern / Snowshoeing

Mittlerweile wird der Schneeschuh eher als Sportgerät angesehen. Seit Mitte der 1990er  ist das Laufen und Wandern mit Schneeschuhen im Trend. Im Vergleich zu Ski- bzw. Snowboardbergsteigen und Skifahren, bzw. Snowboardfahren muss keine spezielle Technik erlernt werden. Die meisten Alpengipfel und Hütten, die im Winter mit Skiern erreicht werden können, lassen sich auch mit Schneeschuhen erreichen. 

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Schneeschuhbergsteigen / Snowshoeing

Die Übergänge zwischen Schneeschuhwandern und Schneeschuhbergsteigen sind fließend. Schneeschuhbergsteigen beginnt, wenn man gesicherte Wege verlässt und Kenntnisse der alpinen Gefahren (v. a. Lawinen) und Orientierungsfähigkeit unerlässlich sind.

Leistungssport Schneeschuhlaufen

Seit 2006 werden jährlich Weltmeisterschaften im Schneeschuhlaufen / Snowshoe running von der "World Snowshoe Federation" ausgetragen.

  

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Naturschutz

Schneeschuhgänger berühren besonders sensible Bereiche, in denen mitunter vom Aussterben bedrohte Tierarten überwintern. Das Schneeschuhwandern in der winterlichen Bergwelt setzt daher das Beachten einiger Verhaltensregeln voraus:

Das gilt besonders für den Gebirgswald. Schneeschuhgeherinnen und Schneeschuhgeher sollen die üblichen Skirouten einhalten und Forst- und Wanderwege nicht verlassen. Mit speziellen Schildern, sind in den Alpen ausgewählte Schneeschuhtouren so markiert, dass die naturverträglichste Route gegangen werden kann. – Zum Wohl von Tieren wie Birkhuhn oder Auerhahn, aber auch Großwild. Sie alle werden so nicht unnötig aufgeschreckt und der Verbrauch von wertvollen Energiereserven wird vermieden.

Besonders beim Schneeschuhbergsteigen werden sensible Bereiche betreten. Dies erfordert, dass bei der Planung der Tour es dringend erforderlich ist, sich über das Gebiet auch im Hinblick auf den Naturschutz zu informieren. Entsprechende Hänge und Tourengebiete, in denen Rote-Liste-Tierarten überwintern, sind zu umgehen / zu meiden.

 


Arten von Schneeschuhen

Originals

Der originale Schneeschuh der Trapper Nordamerikas bestehend aus einem gebogenen Holzstück, das netzartig mit harzummanteltem Leder bespannt ist. Durch ihre große Auftrittsfläche sind sie besonders für flache und tief verschneite Gebiete geeignet.

Classics

Die Form ähnelt den Originals, jedoch ist der Rahmen aus Aluminium und mit einer Kunststoffhaut bespannt. Diese Art ist robust und eignet sich ebenfalls für flache und tief verschneite Gebiete

Moderns

Diese Schneeschuhe sind alpinen Schnee- und Geländeverhältnissen angepasst und sind meist kleiner und wendiger als die Originals oder Classics. Sie bestehen aus kältefestem Kunststoff- oder massivem Flachrahmen, die oft mit Aufstiegshilfen (harscheisenartigen Seitenschienen und steigeisenartigen Frontzacken) versehen und sind daher für steiles, alpines Gelände geeignet.

Alpine Gefahren

Wintertouren unterscheiden sich von Sommertouren ganz entscheidend durch die Lawinengefahr. Bei der Vorbereitung und Durchführung von alpinen Unternehmung sind Einschätzung und Kenntnisse der alpinen Gefahren und der Lawinengefahr unabdingbar.

Schwierigkeitsskala

Die Schneeschuhtourenskala des SACs (Schweizer Alpen-Clubs) wurde speziell für Schneeshuhwandern und-bergsteigen entwickelt.

►Schwierigkeitsskala Schneeschuhwandern

Übrigens

Auf der Plattform alpenvereinaktiv.com findet man weltweit über 40.000 Tourenvorschläge und -beschreibungen.

Die Touren können nach Schneeschuhwanderungen, sowie eigenen Wünschen und Anforderungen gefiltert werden.

 

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Ausrüstung / Safety first

Zur Ausrüstung für das Schneeschuhwandern gehören

  • Tragen bzw. Mitnehmen einer Lawinenschutzausrüstung bestehend aus einem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), einer Schaufel und einer Sonde
  • Lawinenairbag (optional): Rucksack mit integriertem Airbag-System
  • Avalung (optional): System, das die Atmung im Lawinenkegel ermöglichen soll
  • Avalanche-Ball (optional): Löst der Tourengeher das System im Falle eines Lawinenabgangs aus, spannt sich an einer ca. 15 Meter langen Schnur ein Ballon auf
  • fundierte Ausbildung in der Lawinenverschüttetensuche
  • fundierte Ausbildung in der Lawinenkunde (Entstehung von Lawinen, Lawinenarten, Beurteilung des Geländes etc.)!
  • Schneeschuhe (sowie Wanderstöcke)
  • dem Wetter angepasste Kleidung
  • ausreichend Verpflegung
  • Mobiltelefon oder Smartphone (Notruf 112)
  • Erste-Hilfe-Set
  • Rettungsdecke/ Biwaksack
  • Sonnenbrille

 


Schneeschuhwandern und -bergsteigen beim DAV Donauwörth

Schneeschuhe, sowie Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS-Geräte), Sonden und Schaufeln können in unserem Materialverleih ausgeliehen werden.

Bevor es auf Tour geht, ist es erforderlich das Gelände im Hinblick auf Steilheit, Lawinengefahr und Naturschutz, sowie die Schneebeschaffenheit, das Wetter und den aktuellen Lawinenlagebericht zu prüfen und abzuwägen, ob die Tour machbar ist.

Unsere ausgebildeten und erfahrenen Tourenleiter bieten Kurse, sowie Schneeschuhwandern und -bergsteigen im Programm und bei der Tour des Monats an.

 

PROGRAMM · TOUR DES MONATS


 

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