© Paulus van den Boomen

Ab in die Ferne! – Von wegen

Kurzweilige Dreigipfeltour in den Tegernseern / Von Bernd Prause

26.04.2026

In den Bayerischen Voralpen ist der Bergfrühling angekommen. Südseitig ist schon alles im grünen Bereich, aber Achtung: In Schattenhängen liegen große Altschneefelder, die je nach Steilheit und Tageszeit heikel sein können.

Start war am Wanderparkplatz Ross- und Buchstein in Bayerwald. Duzende Parker bestätigten: Die Runde ist kein Geheimtipp.

Warmlaufen war nicht. Ab dem ersten Meter geht es in engen Serpentinen rauf. Wir fanden unseren Schritt. Permanent liefen Gruppen zu uns auf, die wir vorbeiziehen ließen, oft aber mehrfach wieder sahen. Wer schnell sein will, sollte langsam gehen.

Am Sonnbergalm-Hochleger gingen wir aus der Spur. Im Nebengebäude der Alm wurde irgendwo gesägt und geschraubt. Die Alm rüstete sich, ein eindeutiges Zeichen, dass der Betrieb bald losgeht.

Weglos nahmen wir den Sonnberg mit. Der Gipfel ist völlig unbedeutend. Er ist jedoch ein abgeschiedener Logenplatz mit Paradeaussicht. Das Verweilen wirkte wie ein wohltuendes Bad. Mancher hätte dort gern noch ein wenig länger geträumt.

Dann ging es zurück zur Normalroute. Vom Fuß des Roßsteins bis zur Tegernseer Hütte sind es knapp 30 Minuten. „Nur für Geübte!“ - Das Schild hat seine Berechtigung. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind an drei kurzen Drahtseilpassagen hilfreich.

Die Hütte thront gleich einem Adlerhorst zwischen den Gipfeln. Auf der Terrasse gab es ganz großes Kino. Das Panorama spannte einen Bogen vom Wendelstein im Osten zum Thaneller im Westen; das sind gut 100 km. Der Blick scannt über die große Schau und hakt sich an manchem gutbekannten Gipfel fest.

Gleich neben der Terrasse beginnt die Normalroute auf den Buchstein. Es wird alpin. Die Griffe wurden von den Generationen vor uns glattpoliert. In der Pause hatte Bernd die Felsrinne (30 m, II) mit einem ein Fixseil entschärft.

Das Seil schonte insbesondere im Abstieg Nerven, weckte aber alpine Lustgefühle auf mehr.

Zum Nachmittag kehrte langsam Ruhe in den Bergen ein. So war der Roßstein den Besuch allemal wert. Dort steht man direkt vis à vis vom Buchstein. Im Angesicht der »gemeisterten« Felsrinne wurde klar, Bergsport verbindet.

Mit dem Abstieg über das Buchsteinhaus wurde die Tour komplett. Wir waren nun allein unterwegs. Das obere Drittel lag noch unter Schnee. Spärliche Trittspuren deuteten den Wegverlauf an. Wir fanden am Spätnachmittag recht guten Trittschnee vor. Einige legten die Schuhketten an. In jedem Fall waren in den Steilpassagen feste Bergstiefel und Teleskopstöcke klar von Vorteil.

Kurz vor Feierabend erreichten wir das Buchsteinhaus, gerade noch rechtzeitig, um mit Genuss einen Durstlöscher zu kippen. Dann ging es runter zum Wanderparkplatz Klamm. Bernd eilte im Talhatsch der Gruppe voraus, um per Anhalter zum Startpunkt zurückzukehren und den Bus zu holen. Im perfekten Timing schloss sich die Runde.

Fazit: Es war eine sehr abwechslungsreiche und intensive Tour. Eine lange, aber keineswegs langweilige Bergtour.